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Reittherapie: Psychotherapie mit dem Medium Pferd

Wird angeboten von: Ingrid Meidinger

Einführung

Seit Tausenden von Jahren hängt die Geschichte von Menschen und Pferden zusammen.
Das Pferd kann für den Menschen Partner sein, denn es bietet die Möglichkeit einer intensiven Beziehungsaufnahme. Es ordnet sich trotz seiner Größe und Kraft dem Menschen unter, fordert aber auch Vertrauen und Dominanz. Diese Dynamiken zusammen mit der Möglichkeit des Getragenwerdens bilden die Grundlage eines therapeutischen Einsatzes des Pferdes in der Psychotherapie.

Reittherapie

Reittherapie hat als Methode im Rahmen psychotherapeutischer Behandlung sowie heilpädagogischer Behandlung und im Behindertensport in den letzten Jahren zunehmend an Popularität gewonnen. Dabei geht es im therapeutischen Reiten nicht um das Erlernen des Reitens, sondern um den heilenden und fördernden Kontakt mit dem Medium Pferd. Es gibt verschiedene Ausbildungs- und Methodenansätze, die sich nach den jeweiligen Erfordernissen des Einsatzbereiches richten.
Die in diesem Prozess erlernten Erfahrungen bieten aber auch eine gute Basis: Reiten zu erlernen.

Experientielle Reittherapie

Als Ergänzungsmethode im Bereich Psychotherapie bzw. Soziotherapie wurde von Kurt Schley die experientielle Reittherapie entwickelt. Dieses Therapiekonzept kennzeichnet sich durch die Synthese von Psychotherapie, Körperarbeit, Heilpädagogik und Arbeit mit dem Pferd aus. Dabei ist das Therapieverfahren experientiell, das bedeutet  erlebnisorientiert ausgerichtet. Im Mittelpunkt des Therapieprozesses steht somit das Erleben des Klienten, das wesentlich den Therapieverlauf bestimmt. Das Pferd ist in der experientiellen Reittherapie  als Medium zu verstehen, um Therapieprozesse zu intensivieren und im Verlauf positiv zu beeinflussen. Dabei lernen die Patienten mehr auf ihr Körpergefühl zu achten und so mit sich selbst in Beziehung zu treten (Methode des Focusing). Diese Therapie hat sich besonders dort bewährt, wo Kinder und Jugendliche und auch Erwachsene mit herkömmlichen Therapieformen kaum oder nur sehr schwer Lösungsschritte erarbeiten konnten. Sie eignet sich besonders für Klienten mit Störungen im Bereich der sozialen Kontaktaufnahme, mit Identitätsproblemen, z.B. Kinder und Jugendliche mit ADS/ADHS, emotionalen Störungen und Trennungsproblemen. Aber auch im Bereich psychischer Störungsbilder (Depressionen, Angststörungen, Borderline-Syndrom, Zwänge etc.) gibt es bereits interessante Erfahrungswerte.

 

Reittherapie für Kinder und Jugendliche: Umgang mit Pferden fördert soziale Kompetenz

Wird angeboten von: Rainer Trumpfheller (nur für Kinder und Jugendliche)

Reittherapie mit seinen verschiedenen Formen Hippotherapie (Krankengymnastik auf dem Pferd), Heilpädagogisches Reiten und Voltigieren hat einen hohen Stellenwert in der Behandlung und Förderung verschiedener Patientengruppen.

Neben den klassischen Störungsbildern wie körperliche und geistige Behinderungen, Aufmerksamkeits- und Aktivitätsstörungen, Autismus und andere gibt es immer mehr Kinder und Jugendliche mit Defiziten im Bereich der Motorik und des Sozialverhaltens. Insbesondere durch mangelnde Bewegungserfahrung, und Medienkonsum kommt es zu einer Verkümmerung unserer Sinne. Kinder haben immer weniger Möglichkeiten für eigene Erfahrungen. Sie erleben die Welt oft nur“ aus zweiter Hand“ über die Medien. Reittherapie in all ihren Formen fördert neben der Sinneswahrnehmung auch die Entwicklung von Selbstbewusstsein und sozialen Kompetenzen wie Kommunikationsfähigkeit, Team- und Konfliktfähigkeit. Viele Untersuchungen haben gezeigt, das eine der Hauptwirkungen im Kontakt mit Tieren in der Überwindung sozialer Isolation liegt. Tiere besitzen einen hohen Aufforderungscharakter.

Wieso sind Pferde besonders geeignet, die Soziale Kompetenz des Menschen zu stärken?

Wie kaum ein anderes Tier ist das Pferd untrennbar mit der Menschheitsgeschichte verknüpft. Immer schon schätzten es die Menschen wegen seiner Ausdauer, seiner Kraft und Schnelligkeit. Seine besonderen Eigenschaften machen es zum idealen Partner für den Menschen. Das Pferd in der freien Natur zeigt durchaus Ähnlichkeiten mit der menschlichen Gesellschaft. Es zeigt Verhaltensweisen, die es von anderen Tieren unterscheidet. Zu diesen Verhaltensweisen gehören der Aufbau einer sozialen Struktur innerhalb der Herde mit einer klaren Rangordnung, und das Phänomen, individuelle Freundschaften zu schließen oder individuell Zuwendung zu erbringen. Der Schlüssel hierzu ist eine klar funktionierende Kommunikation, bestehend aus Bewegung, Gestik und Körpersprache. Die Arbeit mit Pferden ist in der  Lage Gefühlsebenen anzusprechen, die im zwischenmenschlichen Kontakt nur schwer zu erreichen sind.

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